Assistenz? - Wieso und wozu?

 

 

Assistenzmodell

Das Assistenzmodell (oder das ArbeitgeberInnen-Modell) für Menschen mit Behinderung die Hilfsbedarf haben, wurde vor mehr als 20 Jahren von 2 Frauen entwickelt und durchgesetzt.

Der Grundgedanke dabei war, dass der Hilfsbedarf von den Betroffenen (ArbeitgeberInnen, oder Assistenzsuchende) selbstbestimmt organisiert werden kann. Das bedeutet, dass er/sie sich die Menschen selbst aussucht, die ihm/ihr die nötigen Hilfestellungen im alltäglichen Leben und am Arbeitsplatz geben sollen. Für die Bezahlung benötigen die ArbeitgeberInnen ein entsprechendes Budget (z. B. das trägerübergreifende persönliche Budget – TPB), mit dem sie ihre AssistentInnen bezahlen können.

Dadurch werden die Assistenzsuchenden zu ArbeitgeberInnen ihrer AssistentInnen, die wie jeder andere Arbeitnehmer auch, einen Arbeitsvertrag mit allen Rechten und Pflichten bekommen.  Auch die ArbeitgeberInnen haben somit die Pflicht, allen arbeitsrechtlichen Bestimmungen zu entsprechen (Fürsorgepflicht, bezahlter Urlaub und Krankheitstage, Mutterschutz etc.)

Die „Persönliche Assistenz“ bietet den Betroffenen neue Chancen, ihre Beeinträchtigungen zu kompensieren, was nicht zuletzt auch einen psychischen und physischen Nutzen für sie mit sich bringt. Somit entspricht das Modell der „persönlichen Assistenz“ den Zielen der Pflegeversicherung, die den Selbstbestimmungsgedanken und die ganzheitliche Pflege für Menschen mit Behinderungen in den Vordergrund stellt (Erstes Kapitel, § 2, Abs. 1)

 

Assistenzbörse 


Die Assistenzbörse ist eine Internetliste, in der sich alle Interessenten, die Assistenz  geben möchten (AssistentInnen) und die, die Assistenz brauchen (Assistenzsuchenden), eintragen lassen können. Die Börse soll dazu dienen, dass sich die Arbeitgeber  und die Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt gegenseitig finden können. 

Dafür haben wir diese Börse eingerichtet. Falls ihr selbst dort eingetragen werden wollt, schickt uns bitte eine Mail an segold@web.de, damit wir euch in unsere Liste aufnehmen können.

Eure Mail sollte folgende Daten enthalten:

In welche Liste ihr aufgenommen werden wollt (Assistenz-Anbieter oder -Suchender)
Eure vollständige Adresse mit Telefonnummer oder Handynummer
Eine evtl. Kurzbeschreibung, welche Tätigkeiten Ihr anbietet, bzw. sucht (z. B. Begleitung, Haushaltsarbeit, einfache Pflege – wie Hilfe beim Essen, usw., spezielle Pflege – wie Körperpflege, usw.), welche Personen ihr sucht (z.B. Geschlecht, Alter usw.) und wie viel Tage und Stunden ihr arbeiten wollt oder benötigt.

Wir werden dann eure Adresse mit dem Text auf die Liste setzen, die nach Postleitzahlen geordnet ist, damit man eine bessere regionale Übersicht hat.

Und nun wünscht euch das SeGOld-Team viel Erfolg bei eurer Suche...



ArbeitgeberInnen / Assistenzsuchende


Die ArbeitgeberInnen, oder Assistenzsuchenden sind Menschen, die auf Grund  ihrer Behinderungen Hilfestellungen in Anspruch nehmen müssen.

Im Rahmen des „Assistenzmodells“ formulieren sie ihre Bedürfnisse und leiten ihre AssistentInnen an. Sie selbst sind die Fachfrau, der Fachmann für ihre eigenen Belange. Die AssistentInnen haben die Aufgabe, die Dinge zu erledigen, zu denen ihre ArbeitgeberInnen nicht (mehr) in der Lage sind, und zwar nach deren Vorstellungen und Anweisungen.

Die Menschen mit Behinderungen fungieren in diesem Zusammenhang als ArbeitgeberInnen, leiten die Bewerbungsgespräche, erstellen Arbeitsverträge und Dienstpläne und sind für die Regelungen der steuerlichen und versicherungstechnischen Abläufe verantwortlich.

Sie sind somit die Chefin, der Chef und müssen deshalb auch ein gewisses Potential an Durchsetzungsvermögen haben.

 


AssistentInnen / Assistenzanbieter


Persönliche AssistentInnen sind in der Regel nicht besonders geschult. Es gibt noch keine anerkannte Ausbildung für diesen Berufszweig. Das Motto ist: learning by doing...

Allerdings bieten inzwischen einige Organisationen entsprechende Kurse an, die den Grundgedanken der persönlichen Assistenz den InteressentInnen näher bringen. 

AssistentInnen sind demnach in der Regel LaienhelferInnen, die ihren ArbeitgeberInnen die Hilfestellungen geben, die sie benötigen – nach deren Vorstellungen und Anweisungen. Die AssistentInnen sind lediglich die „ausführende Kraft“, die keine eigenen Entscheidungen für die ArbeitgeberInnen treffen und sich in Gesellschaft im Hintergrund halten. Sie nehmen erst dann an den Gesprächen und Aktionen teil, wenn sie von den ArbeitgeberInnen dazu aufgefordert werden (sei es, praktische Hilfestellungen zu geben oder bei einer verbalen Behinderung zu übersetzen). Sie unterstützen damit die praktische Lebensweise der Betroffenen, die aber ihre Angelegenheiten alleine entscheiden.

Das gleiche gilt für die Pflege. Deshalb ist es auch auf diesem Gebiet nicht unbedingt notwendig, dass die AssistentInnen eine pflegerische Ausbildung vorweisen können, es sei denn dass  spezielle Erkrankungen eine spezielle Ausbildung erfordern.

 

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